Samstag, 10. März 2012

Leserbriefverkürzung der HAZ vom 10.03.2012 - wir zeigen den vollständigen Leserbrief

Abdruck der HAZ vom 10.03.2012:
Natur schützen
Hannover, die „Bundeshauptstadt der Biodiversität 2011“ und die „grünste Großstadt Deutschlands“, macht ihrem Namen wieder einmal alle Ehre: Diesmal sollten Bäume in einem Waldstück in der Seelhorst gefällt werden, in dem Nachtigallen und Fledermäuse leben. Diese Vorgehensweise der Stadt reiht sich ein in diverse andere umstrittene Baumfällprojekte wie das „Calenberger Loch“ und das Bauprojekt am CCH-Parkplatz. Des Weiteren ist das Abholzen von 417 Bäumen für ein Logistikzentrum an der Cousteauallee/Messe-Ost geplant. Wegen des nicht rechtmäßigen Abholzens von 60 Bäumen zur Brutzeit im Zooviertel für 174 Luxuswohnungen hat die Verwaltung sogar Ärger mit der Kommunalaufsicht bekommen. Eine für den Erhalt der Artenvielfalt ausgezeichnete Stadt hat den Auftrag, Natur in der Stadt zu schützen und nicht nur durch „grüne“ Vorzeigeprojekte zu punkten.          Hannover           Andrea Mehring
10.03.2012 / HAZ Seite 18 Ressort: HANN
 
 
 
Das war der Leserbrief von Andrea Mehring an die HAZ-Redaktion in Originallänge. Der Leserbrief wurde vor vier (!) Wochen eingesandt.


Leserbrief/Kurzversion  an die HAZ zu dem Artikel: „Stadt stoppt Fällungen“ /Conrad v. Meding v. 10.2.1. Der in rot markierte Text wurde von der Redaktion redigiert.
Hannover, die „ Bundeshauptstadt der Biodiversität 2011 “ und die „grünste Großstadt Deutschlands“ macht ihrem Namen wieder einmal alle Ehre: diesmal sollten  im Auftrag der Stadtentwässerung Bäume in einem 3800 qm² großen Waldstück in der Seelhorst  für ein Regenwasserrückhaltebecken gefällt werden, in dem nachweislich Boden- und Buschbrüter wie Nachtigallen und Fledermäuse leben. Erst der Protest des Eilenriedebeirats und der Naturschutzverbände stoppte dieses Projekt vorerst.
Diese Vorgehensweise der Stadt reiht sich ein in diverse  andere  umstrittene Baumfällprojekte  wie   das  „Calenberger Loch“ ( 345 bis zu 120 Jahre alte  Bäume ) und  das Bauprojekt am  CCH-Parkplatz (138 Bäume). Des Weiteren ist das Abholzen von 417 Bäumen für ein Logistikzentrum  an der Cousteauallee/Messe-Ost  geplant. 
Wegen des  nicht rechtmäßigen Abholzens von 60 Bäumen zur Brutzeit  im Zooviertel für 174 Luxuswohnungen  hat die Stadtverwaltung im letzten Jahr sogar  Ärger  mit der Kommunalaufsicht bekommen. Daraus scheint sie nichts gelernt zu haben.
Eine für den  Erhalt der Artenvielfalt ausgezeichnete Stadt wie Hannover hat  den Auftrag und die Verpflichtung  über das Jahr 2011 hinaus „Natur in der Stadt“ zu schützen  und nicht nur durch einige spektakuläre „grüne“ Vorzeigeprojekte zu punkten. Dazu gehört eindeutig  der naturnahe Erhalt von Reservaten und Biotopen in unseren Stadtwäldern.
Wir hätten eigentlich erwartet,  dass sich wenigstens die GRÜNEN im Rat angesichts vergangener und  geplanter Baumfällungen und die damit einhergehende Zerstörung von Lebensräumen zugunsten wirtschaftlicher Kalküle  klar positionieren und ihren Einfluss geltend machen.
Da das wohl nicht geschieht, werden wir versuchen,  mit dem Eilenriedebeirat, Nabu und dem BUND um das Waldstück in der Seelhorst  kämpfen. Denn angesichts des Klimawandels und  ansteigender Feinstaubbelastung durch den wachsenden Verkehr ist jeder einzelne Baum unverzichtbar, das scheint die Mehrheit der  Politiker im  Rat noch  immer nicht in der ganzen Dramatik erkannt zu haben!!!
 
 

Mittwoch, 7. März 2012

Stellungsnahme des BUND - Natur- und Landschaftsbild sehr stark beeinträchtigt

BUND: Stellungnahme im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange

Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland lehnt die die vorliegende Planung aus grundsätzlichen Erwägungen ab.

 

















Download der vollständigen Stellungnahme als PDF

Montag, 5. März 2012

Pressekonferenz von Pro Kronsberg: Vorstellung der Konzeptentwicklung des Wohn- und Gewerbepark Kronsberg


Konzeptentwicklung


                    für einen         


Wohn- und Gewerbepark Kronsberg
Mensch, Natur, Zukunft

auf Basis der bestehenden Bebauungspläne 1557 und 1160



Zentraler Standort für :

 attraktives Wohnen und Gewerbe
 Sportstätten und Freizeit
Büro
Handwerk
Produktion und Handel
Hotels und Gastronomie
Service und Ausstellung


Kombinationsflächen-Konzept :

WOHN- und Gewerbepark aus einem Guss

Das Konzept "Wohn- und Gewerbepark Kronsberg" dient als Beispiel für die Nutzung der Fläche im Rahmen der bestehenden Bauleitpläne. 

Die Pressekonferenz fand am 05.03.2012 um 17.30 Uhr im Annastift , Berufsbildungswerk, Wülfeler Straße 60 statt. Ziel war es der Presse,
der Öffentlichkeit und den politischen Entscheidungsträgern das Konzept "Wohn- und Gewerbepark Kronsberg" vorzustellen und zu erläutern.

Pro Kronsberg setzt für den Fortbestand der jetzigen Bauleitplanung im Bereich östlich der Weltausstellungsallee ein. Wie von Stadtbaurat Bodemann bereits Ende letzten Jahres mitgeteilt, lassen die jetzigen Pläne eine gewerbliche Bebauung zu.

Ergänzend dazu kann nur wiederholt werden, dass die jetzigen Pläne Wohnbebauung und eine Mischung gewerblicher und privater Nutzung im kleinen Maßstab vorsehen.  Demgegenüber würde durch das von der Stadtverwaltung Hannover gewünschte Distributionszentrum viel Fläche für im Verhältnis dazu wenig unbefristete Arbeitsplätze verbraucht. Entfällt der Betreiber, würde eine riesige Halle leer stehen.

Mit dem bestehenden Plan hat Hannover bereits Ende der 90-er Jahre Grundsätze der "Transition Town" beschrieben. Die Transition-Idee: Zukunftsfähige Stadtentwicklung im Zeichen von Peak Oil, Klimawandel, Fair Share und Wirtschaftskrisen. Eine Stadt verbraucht weniger Energie und Ressourcen, ohne Lebensqualität zu verlieren. Wohnen und Arbeiten werden sinnvoll gebündelt. Bei richtiger Planung können (Wirtschafts-)Krisen  und Mangel an Ressourcen besser verkraftet werden.

Mit dem „Wohn- und Gewerbepark Kronsberg“ wird in diesem Sinn Ökologie und Ökonomie planmäßig umgesetzt.







Stand Fragen Bürger Antworten Verwaltung

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverwaltung,
sehr geehrte politische EntscheidungsträgerInnen,

die anliegende Datei 120301... gibt die Antworten der Verwaltung auf die Fragen von pro.kronsberg im Rahmen der letzten Bürgerfragestunden in den Stadtbezirksratssitzungen vom Februar 2012 wider.

Angesichts dessen, dass eine Beschlußfassung im März bereits terminiert ist, geben wir folgendes zu bedenken:

Antwort zu Frage 4):
"sehr große gewerbliche Distributionszentren nicht im Mittelpunkt"

Dazu legen wir für Sie, geehrte politsche EntscheidungsträgerInnen als Anlage das besagte Logistikkonzept der Region Hannover 2020 für Sie bei. Das Konzept wurde mit den Kommunen der Region, d. h. auch der Stadt Hannover, ab Sommer 2008 erstellt und als Drucksache II 179/2010 verabschiedet.

Wie Sie der Anlage 1, Seite 3 Ziffer 3 entnehmen können, wurden bei der "Typisierung von logistischen Nutzungen und resultierendem Flächenbedarf" sehr wohl auch "sehr große Distributionszentren" erfasst: vier von fünf Typen betreffen Verteilzentren zwischen 20.000 und 500.000 qm Fläche. Diese Zentrum standen ersichtlich im Mittelpunkt des Konzeptes. Trotzdem wurde die jetzige Fläche nicht erfasst. Dies hat in der fehlenden Eignung des Geländes und der Lage nach unserem Kenntnisstand seinen Grund.

Antwort zu Frage 4a)
"Präzisierung der Planungsziele von Sonderfläche "Logistik" in Gewerbefläche"

Das Gelände "Östliche Weltausstellungsallee" ist bereits gewerblich nutzbar und erschlossen. Die gewerbliche Nutzung ist einzig im Bereich des Misch(Kern-)gebietes durch Wohnbebauung ergänzt.
Stadtrat Bodemann hat daher öffentlich sehr klar gesagt, dass die Stadt die Fläche im Rahmen des bestehenden rechtsverbindlichen Angebotsplanes bebauen könnte. Warum tut sie es dann nicht einfach? Die Ver- und Entsorgungsleitungen einschließlich Baum- und Straßenbestand sind ja schon vorhanden!

Antwort zu Frage 4b)
"Beseitigung Altlasten im B-Plan 1764 nicht erforderlich"

Die Änderungspläne von Oktober 2011 bis dato wurden so modifziert, dass die Altlast der Giftmülldeponie Bemerode aus dem B-Plan ausgeschnitten worden ist.
Das ändert nichts daran, dass nun zwischen der angedachten Fläche und der Siedlung Seelhorst weiterhin 1,1 Millionen Kubikmeter Gift- und Hausmüll nur oberflächlich teilsaniert liegen.

Die Fragen von pro.kronsberg, wer dafür verantwortlich ist und die Kosten übernimmt, wenn die theoretischen Berechnungsmodelle der von der Verwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten durch die Praxis widerlegt werden, indem Schadstoffe in Wohngebiete verzogen werden, sind bislang von der Verwaltung nicht beantwortet worden.

Antwort zu Frage 6)
"sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden"

Der sparsame und schonende Umgang von Grund und Boden ist normiert. Daher stellt sich die Frage, warum dies bei den Planungen der Stadtverwaltung nicht berücksichtigt wird (vgl. Anmerkung 4a).

Im übrigen wurde die Frage gestellt, was passiert, wenn der Nutzer den Standort aufgibt.
Nach Auffassung von pro.kronsberg sind daher nach wie vor mehr wichtige Fragen zur Entscheidung, die Bauleitpläne zu ändern, unbeantwortet.
Demgegenüber bietet der jetzige rechtsverbindliche Angebotsplan Möglichkeiten, gesetzeskonform die Fläche zu nutzen, um Interesse Hannovers Arbeitsplätze zu schaffen, ohne Probleme wegen Verkehrs-, Feinstaub-, Licht-, Verkehrs- und Altlastenbelastung etc. unverhältnismäßig beängstigend zu erhöhen. 

Mit freundlichem Gruß

Antje Torlage
Schriftführerin pro.kronsberg








Download Antworten der Verwaltung in unsere Fragen als PDF

Download Logistikkonzept 2020 der Region Hannover als PDF

Sonntag, 4. März 2012

Heisse Phase zur geplanten Änderung der Pläne "Östliche Weltausstellungsallee"

Sehr geehrte Damen und Herren,

seitens pro.kronsberg möchten wir Sie auf diesem Wege über den Fortgang im März 2012 informieren.

Am 5. März 2012 veröffentlichen wir das Konzept "Wohn- und Gewerbepark Kronsberg". Das Konzept wurde von uns entwickelt, um im Rahmen der bestehenden Pläne aufzuzeigen, dass mit einem Investorenmodell die Fläche ökologisch und ökonomisch sinnvoller genutzt werden kann als durch die Planungen der Stadtverwaltung Hannover, auf der bekannten Fläche ein Distributionszentrum anzusiedeln. Mit dem Konzept besteht zwar eine Chance, dass die politischen Entscheidungsträger die Pläne nicht ändern, jedoch nur in geringem Maß angesichts der bisherigen Resonanz seitens politischer Entscheidungsträger. Zu dem Termin haben wir Presse und verantwortliche Politiker eingeladen.

 

Wenn die Verwaltung sich durchsetzt und die geänderten Pläne ausgelegt (Bekanntgabe voraussichtlich ab 22. März 2012) worden sind, bleibt uns in der sich an die Bekanntgabe anschließenden Monatsfrist nur die Möglichkeit, im Details persönlichen Beanstandungen vorzubringen. Nicht innerhalb der Frist vorgetragene Argumente, so gut sie auch sein mögen, sind vor Gericht ausgeschlossen.
 

Vor einer Planänderung ist es daher sinnvoll, in den öffentlichen Sitzungen zur Beschlußfassung erkennbare Präsenz von Bürgern zu zeigen, die die Beibehaltung der bestehenden Bauleitpläne und kein Distributionszentrum an der Stelle wollen.  


Nachstehende Termine sind von der Stadtverwaltung zur Beschlußfassung vorgesehen und zeigen, dass wir jetzt in die "heiße" Phase gehen:


  • 8. März 2012 - 18 Uhr FZH Döhren  
 
Stadtbezirksratssitzung Döhren Wülfel

Die Einladung liegt an.
Ersichtlich bekanntgemacht wurde zwar die Befragung der Gutachter, es ist jedoch nichts weiter hinter dem TOP hinterlegt.
F- und B-Plan stehen zur Abstimmung an bezüglich Distributionshalle.
Eine Anfrage gibt es von den Grünen, ebenfalls anliegend. Die Fragen, entstanden nach der Podiumsdiskussion der Grünen Anfang Februar 2012 kommentieren sich von selbst.
 
Bisher noch ohne Einladung/Top im Sitzungskalender:


  • 14. März 2012 - 18.30 (noch!) Rathaus Bemerode Stadtbezirk KiBeWü  
  • 21. März 2012 - (noch) 15 Uhr Neues Rathaus Stadtentwicklungs- und Bauausschuß


In den vorgenannten drei Sitzungen gibt es i. d. R. eine Bürgerfragestunde. Jeder kann dort seine Fragen anbringen. Die Verwaltung antwortet, wenn sie kann direkt, wenn nicht nach Abgabe der Fragen in Schriftform irgendwann.

Gesondert stellen wir Ihnen unsere bisherigen Fragen aus den letzten Bürgerfragesteunden und Teilantworten der Verwaltung hier auf dem Blog zur Verfügung.

Zu den Stadtbezirksratssitzungen sollen die Gutachter befragt werden können. Ob sie kommen, wie die Befragung aussieht, ob sie auch öffentlich uns Bürgern möglich ist, ist derzeit leider noch unklar.

22. März 2012 - 15 Uhr Neues Rathaus Ratsvertretung

Hier ein Link zum Sitzungskalender der Stadt Hannover: 
https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf.

Bitte richten Sie es ein, zahlreich zu den Sitzungen zu erscheinen und motivieren Nachbarn, Freunde und Bekannte, es Ihnen gleichzutun.
  
Damit können wir den politisch Verantwortlichen zustimmen, wenn sie sich trauen, der Verwaltung nicht zu folgen und die jetzigen Pläne belassen und symbolisch die rote Karte zeigen, wenn es anders kommt.

Mit freundlichem Gruß
Antje Torlage
Schriftführerin pro.kronsberg


Pforzheim: Diskussion über Wertschöpfung durch Amazon-Ansiedlung

























Diektlink auf den Bericht in der Pforzheimer Zeitung 04.03.2012

Samstag, 3. März 2012

Das Logistikzentrum - ein Monsterprojekt?

Download des Lerserbriefs als PDF 
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Hans Heintze --  Lange-Hop-Str. 146 -- 30539 Hannover



Das Logistikzentrum - ein Monsterprojekt?


Stellen Sie sich eine Halle vor, so groß wie fünfzehn Fußballfelder!
Die Halle steht auf einem Betriebsgelände, das 45 Fußballfelder
umfasst. Die Halle ist 14 Meter hoch, 450 Meter lang und 250 Meter breit.
In ihr arbeiten 2500 Menschen in drei Schichten rund um die Uhr.
Davon arbeiten 1500 Beschäftigte mit befristeten Verträgen, das sind 60 % -
ein skandalös großer Anteil!

Bei Anbruch der Dunkelheit flammen Scheinwerfer auf, leuchten das ganze
Gelände aus. Eine Schallschutzmauer, doppelt so hoch wie die frühere
Berliner Mauer, soll die Umgebung vor zu starkem Lärm bewahren.

So soll das neue Logistikzentrum am Kronsberg aussehen.
 
Logistik heißt auch Verkehr. Die Beschäftigten werden in drei Schichten
an- und abfahren. Und bis zu tausend LKWs werden das Zentrum anfahren
und wieder verlassen, unter Zeitdruck, nahe dem Messeschnellweg, der
mehrere Wochen im Jahr vom Messeverkehr dicht ist. Dann werden die
Trucks durch die Emslandstraße drängen, durch die Brabeckstraße zur
B 65 und zum DHL-Zentrum Höver donnern - oder durch Wülferode, um zur
A 7 durchzukommen.
 
Leidtragende sind die Bewohner der "Öko-Mustersiedlung Kronsberg", der
Gartensiedlung Mittelfeld-Seelhorst, sind die Familien im Emsland- 
viertel. Ki-Be-Wü ist der kinderreichste Stadtteil Hannovers.
Betroffen sind auch die Schulen in Bemerode und am Kronsberg, die Kitas,
die Bemeröder Seniorenzentren an der Brabeckstraße. Der Stadtteil Ki-Be-Wü
wird sich verändern, und zwar nur zum Schlechteren.
 
Kein Wunder, dass die Bürger sich wehren! Die Bürgerinitiative
"Pro Kronsberg" versucht die Gegenwehr zu organisieren. Sie hat in wenigen
Monaten Kompetenz, Tatkraft und Fantasie  gebündelt und eine Alternative
formuliert, die mich als betroffenen Bürger überzeugt: Sie schlägt ein
gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet vor, kleinteilig, modern und variabel.
Und sie erwartet 2000 Arbeitsplätze(!). Sogar die Infrastruktur für eine
solche Ansiedlung ist schon vorhanden!  (Und die Steuern würden nicht an
den Firmensitz von "amazon" fließen, sondern in das Stadtsäckel von
Hannover.) 
 
SPD und Grüne in Rat und Verwaltung sollten, ja müssen ihre Pläne noch
einmal überdenken. Das Logistikmonstrum darf nicht am Kronsberg gebaut
werden.
 
Hans Heintze 

Montag, 13. Februar 2012

Infoveranstaltung von Pro Kronsberg im Annastift ein voller Erfolg

















Der Foliensatz des Vortrags als Powerpoint zum Download












Videoimpressionen rund um das Logistikzentrum von Amazon bei Bad Hersfeld


Videomaterial der Initiative Pro Kronsberg. Eine organisierte Bustour von Hannover zu dem Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld findet am 27.02.2012 statt.


Freitag, 10. Februar 2012

Die Initiative lädt ein: Infoveranstaltung am Mo. den 13.02.2012 im Annastift



































13.02.2012. Einladung Download als PDF

NewsMagazine: Stadt Hannover präsentiert Leitlinien für Gewerbeflächenentwicklung bis 2020

Bebauungspläne auf Vorrat

Hannover forciert die mittel- bis langfristige Entwicklung von Gewerbeflächen. Bis zu acht Millionen Euro hat die Stadt für den Ankauf von Flächen zur Kompensation eingeplant. Hiermit können Flächen für Neuansiedlungen erworben werden um auch zuzkünftig attraktive Gewebreflächen anbieten zu können. Bei gleichbleibender Entwicklung könnte die Stadt auf diese Weise bis zu 40 Jahre weiterhin handlungsfähig bleiben....























Artikel NewsMagazine 10.02.2012 : http://www.newsmagazine.de/newsmagberichte/leitlinien_gewerbeflaechenentwicklung_stadt_hannover_bis_2020.html

Mittwoch, 8. Februar 2012

Offener Brief, eine Bürgerin, mit gutem Gewissen, die ihre Stadt wirklich sehr mag


Wer hat Angst vorm „Arbeitsplatzverweigerer“?

Es geht um die Ansiedlung der Amazon GmbH auf den Parkplätzen der Messe, unmittelbar neben Wohngebiet.

Inzwischen habe ich mit einigen Lokalpolitikern, deren Namen ich nicht nennen möchte, über die Angelegenheit persönlich gesprochen. Egal welcher Partei der jeweilige Politiker angehörte und wo das Gespräch stattfand (beim Neujahrsempfang der Stadt, im Rathaus, vor oder hinter dem Rathaus, im Bauamt oder vor dem Annastift oder auch bei der Aktion „101 Luftballons“), Eines wurde mir klar:

Jeder Einzelne der angesprochenen Politiker hat Angst, Angst davor als „Arbeitsplatzverweigerer“ dazustehen. (Dieser Begriff „Arbeitplatzverweigerer“ stammt nicht von mir, dieses Wort haben einige der Politiker, egal welcher Couleur, unabhängig vom anderen verwendet.)

Wenn ich ehrlich bin, kann ich unsere Politiker auch gut verstehen. Mir ging es ja nicht anders:

Ich wohne in unmittelbarer Nähe der geplanten Ansiedlung des Distributionszentrums. Ich werde stark betroffen sein, wenn dieses Hallen-Monstrum gebaut wird. Sei es wegen des Verkehrs, verbunden mit Lärm, Feinstaub und die Gefahr für mein 2-jähriges Kind, sei es wegen der Angst, das Grundwasser könne verschmutzt werden oder einfach nur, weil ich „dort hinten“ nicht mehr so schön spazieren gehen kann.

Aber darf ich wegen meiner Betroffenheit anderen den Arbeitplatz nehmen? Den Menschen, die nicht so viel Glück gehabt haben wie ich und keine, bzw. nur eine schlechte Ausbildung haben?

Ich zauderte. Darf ich das? Ist das sozialverträglich? Sind meine Anliegen so wichtig?

Ich habe mich bemüht, nicht voreingenommen an die Sache heranzugehen. Also musste ich sicher sein, dass es sich tatsächlich um die Amazon GmbH handelt, die ihr Zelt (110.000 qm Distributionhalle) in Hannover aufschlagen will.

Ein kurzer Anruf bei dem Investor Goodmann hat das schnell geklärt. Es ist die Amazon GmbH!

Meine Recherche begann. Was steht hinter Amazon? Was für Arbeitsplätze bietet dieses Unternehmen? Sind das die Arbeitsplätze, die wir hier in Hannover brauchen? Wie sieht es in den Betrieben aus?

Es ist bekannt, dass die Amazon GmbH ihre Arbeitsverträge über die Dauer von 3 Jahren bis zu 5 Mal befristet. Das hat nichts mit Saisongeschäften zu tun,  sondern die Befristungen zählen bei der Amazon GmbH zur Personalpolitik. Durch sie werden die Beschäftigten unter einen enormen Leistungsdruck gesetzt. (siehe die ARD-Sendung Report Mainz vom 01.11.2011, im Internet abrufbar) Diese Praxis ist arbeitsrechtlich nur unter bestimmten Vorraussetzungen zulässig, die bei Amazon kaum vorliegen dürften. Da sich die Arbeiter aber nicht zu wehren wissen, nehmen sie die Beendigung des Arbeitsvertrages  einfach hin.

Des Weiteren sollen Kündigungsfristen für Saisonarbeiter von einem Tag zum nächsten vertraglich vereinbart werden. Wenn ein Saisonarbeiter also krank wird - sei es auch nur für einen Tag – kündigt ihm die Amazon GmbH ordnungsgemäß und fristgerecht zum nächsten Tag. Rechtlich kaum angreifbar aber moralisch sehr fragwürdig.

Darüber hinaus teilt das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (SPD) auf seiner Internetseite am 11.11.2011 mit:

“Wie jetzt über Medienberichte bekannt geworden ist, wendet der Internethändler Amazon offenbar skandalöse Praktiken bei der Beschäftigung von Aushilfen an. Demnach sollen Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft zunächst einmal im Rahmen von betrieblichen Trainingsmaßnahmen in einem unbezahlten Probearbeitsverhältnis zwei Wochen lang entgeltlos eingesetzt werden. In dieser Zeit sollen die in der Regel arbeitslosen Betroffenen vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit, also von den Steuerzahlern,  weiter bezahlt werden.

"Es gibt berechtigten Zweifel daran, ob diese Praxis legal ist. Deshalb prüft mein Ministerium zusammen mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit derzeit die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens", betonte der nordrhein-westfälische Minister für Arbeit- und Soziales, Guntram Schneider. "Wenn sich dies bewahrheiten sollte, wäre das ein ungeheuerlicher Skandal. Doch eins steht jetzt schon fest: Selbst wenn das Ganze rechtlich abgedeckt sein sollte, wäre dieses Verhalten nicht akzeptabel. Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass sich ein Unternehmen über diese Art der staatlich subventionierten Probebeschäftigung Wettbewerbsvorteile verschafft", so der Minister. Arbeit ohne Gehalt dürfe im 21. Jahrhundert nicht auf der Tagesordnung stehen und auch nicht von Behörden unterstützt werden.

"Sollte sich herausstellen, dass diese Praxis legal ist, dann muss auf die Geschäftspraxis der Bundesagentur für Arbeit eingewirkt werden. Anderenfalls muss die Bundesregierung das Gesetz so ändern, das so ein unwürdiger Vorfall sich nicht wiederholt. Solch skandalöse Praktiken wie bei Amazon müssen ein für allemal ein Ende haben", kritisierte Minister Schneider abschließend.“

Eines sei vorweggenommen, diese Praxis ist nach deutschem Recht zulässig. Es ist aber durchaus zweifelhaft, ob diese Vorgehensweise mit EU-Recht vereinbar ist. Die Amazon GmbH wird hier mit Millionenbeträgen von dem deutschen Staat unterstützt. Es handelt sich damit um versteckte Subvention, die das EU-Recht nicht akzeptiert.   

Dass die jeweiligen Kommunen und deren Jobcenter die Amazon GmbH trotzdem willkommen heißen, ist leicht nachvollziehbar und hat den Hintergrund, dass die Arbeitslosenzahlen zum Stichtag geschönt werden sollen. Dies ist insbesondere in der vorweihnachtlichen Jahreszeit willkommen, weil die Beschäftigten auf dem Bau wegen des schlechten Wetters keine Arbeit mehr finden.

Darüber hinaus kann das Arbeitslosengeld gekürzt werden, wenn ein Betroffener  nicht bereit ist, die „Trainingsmaßnahme“  bei der Amazon GmbH zu absolvieren. 

Auch die Arbeitsbedingungen bei der Amazon GmbH sind zu hinterfragen. Die Beschäftigten können ihre Pausen von 30 Minuten nicht nutzen. Schon der Gang aus der riesigen Logistikhalle heraus und wieder zurück zum Arbeitsplatz nimmt mindestens 10 Minuten in Anspruch. Arbeitrechtlich sehr fragwürdig.

Die Gewerkschaft ver.di berichtet darüber, dass die Tätigkeiten der Beschäftigten über Handscanner lückenlos überwacht werden. Ältere Arbeitnehmer können die vorgegebenen Leistungsziele kaum erfüllen.

Dennoch spricht sich ver.di nicht gegen die Ansiedlung der Amazon GmbH in Hannover aus. Der Grund ist leicht nachvollziehbar: In Leipzig hat die Gewerkschaft ver.di durch Amazon zahlreiche neue Mitglieder rekrutieren können.


In Bad Hersfeld und in Leipzig fällt es der Amazon GmbH inzwischen schwer, überhaupt noch Arbeitnehmer vor Ort zu finden, so dass das Personal aus allen Teilen der Republik und dem Ausland über ein Zeitarbeitsunternehmen herangezogen werden muss.


Am 03.01.2012 war in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu lesen, das in Hannover im Bereich Logistik, Spedition und Verkehr 2000 Stellen unbesetzt sind; Tendenz steigend. 

Des Weiteren beobachte ich seit 3 ½  Monaten die zahlreichen Stellenangebote für Helfer (gering- bis gar nicht qualifizierte Arbeitnehmer) in Hannover auf der Internetseite der Bundesarbeitsargentur. Die meisten von ihnen können offensichtlich nicht besetzt werden, sie sind nach 3 ½ Monaten noch nicht gelöscht worden. 

Ich kann daher die Aussage von dem Oberbürgermeister Herrn Weil nicht nachvollziehen, dass Hannover unbedingt Arbeitsplätze für nicht- bzw. gering qualifizierte Arbeitnehmer benötigt und deshalb die Amazon GmbH um jeden Preis angesiedelt werden soll.

Auch in Hannover wird das Problem entstehen, dass die Stadt und die Region nicht die benötigten Arbeitnehmer zur Verfügung stellen können. Aufgrund der schlechten Arbeitsverhältnisse und der Geschäftspolitik bei der Amazon GmbH, werden die ("wenigen") vorhandenen Arbeitnehmer, die (zunächst) bereit sind, bei Amazon zu arbeiten, schnell verschlissen sein.

Es wird auch hier die Situation entstehen, die z. B. in Leipzig oder in Bad Hersfeld zu beobachten ist: Es müssen Arbeitnehmer aus anderen Teilen der Republik und dem benachbarten Ausland "angeheuert" werden. Sollten diese dann wieder - und das ist ebenfalls vorhersehbar - in die Arbeitslosigkeit fallen, werden sie als Harz IV-Empfänger in Hannover bleiben.

Nein, das ist nicht das, was ich mir für meine Stadt (und mag Hannover wirklich sehr) wünsche. Sie? 


Auch die Kirchen,  haben zwischenzeitlich deutlich gegen Amazon Stellung bezogen, obwohl es an sich nicht ihre Art ist, sich in solche Angelegeheiten einzumischen. Sie sehen sich in der Pflicht, für menschenwürdige und gute Arbeit einzutreten und halten die Arbeitsverhältnisse bei Amazon für ethisch nicht vertretbar.

Hinsichtlich der Arbeitplätze spielt auch noch folgende Überlegung eine große Rolle: Im Hinblick auf die benötigte Fläche von über 300.000 qm ist eine Unterbringung von 1.000 dauerhaften Arbeitnehmern und ggf. 1.500 Saisonarbeitern ein trauriger Flächenverbrauch! (Die Talanxgruppe bringt auf weit weniger Qudratmetern 3.800 Arbeitnehmer unter). 

Hinzu kommt, dass laut einem Bericht in dem Magazin Focus die Amazon GmbH ihren Gewinn nicht in Deutschland versteuert, sondern in Luxemburg, wo sich die Europazentrale befindet.

,,Amazon wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Ich muss also davon ausgehen, dass da etwas dran ist. Ich werde das weiter verfolgen. Fakt ist, dass Amazon sicherlich weiß, warum es seine Firmenzentrale in Europa gerade nach Luxemburg legt. Fakt ist auch, dass es dem deutschen Fiskus in jedem Fall schwer fallen wird, die Rechnungslegung eines solchen Konzerns zu entschlüsseln, um den genauen Gewinn im Land zu ermitteln.,,Amazon wird in jedem Fall alle Winkel des europäischen Steuerrechts ausnutzen, um so wenig Geld wie möglich im „teuren“ Deutschland zu lassen. Luxemburg ist einfach günstiger.



Fazit: Mein Anliegen als Anwohnerin ist wichtig für mich, meine Familie, meine Nachbarschaft und für die gesamte Stadt Hannover. Gewichtiger als die zweifelhaften Arbeitsplätze, die Amazon mit sich bringt. Ich brauche also kein schlechtes Gewissen zu haben.

 
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Lieber Politiker, liebe Politikerin,
 
mit diesen vernünftigen Argumenten werden Sie nicht als „Arbeitsplatzverweigerer“ 
dastehen und ruhigen Gewissens gegen die Ansiedlung der Amazon GmbH stimmen 
können, wenn Sie das wollen. Zeigen Sie Courage!
 
Mit freundlichen Grüßen
 
eine Bürgerin, mit gutem Gewissen, 
die ihre Stadt wirklich sehr mag.

 
  
 
Download des offenen Brief als PDF